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Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe  Pliezhausen
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Der Turmbau
Aus einem Beitrag des Gauobmanns Häußler, Tübingen, anläßlich der Einweihung des Zwei-Eichenturms im Jahre 1930

Das vollbrachte Werk

Am 06. Juli wird der vom Schwäbischen Albverein und der Ortsgruppe Pliezhausen erbaute Aussichtsturm bei den "Zwei Eichen", der Zwei-Eichen-Turm, eingeweiht. Aus diesem Anlaß möge es auch dem Gauobmann gestattet sein, einige Zeilen beizutragen. Ohne Überhebung können wir stolz darauf sein, dieses Ergebnis von Willens- und Tatkraft, von Zähigkeit, Fleiß und Opferbereitschaft einweihen und dem allgemeinen Verkehr übergeben zu dürfen.

Nachdem der Albverein auf der Alb schon große Bauten ausgeführt hat: Roßberg, Raichberg usw. darf nun auch das Vorland seine Turmweihe halten. Und das dieser neue Turm gerade im Tübinger Gau errichtet worden ist, erfüllt uns mit ganz besonderer Genugtuung.

Über die Geschichte des Turmbaues sei nur kurz gesagt, daß seit ein paar Jahren die überaus rührige und vorbildliche Ortsgruppe Pliezhausen alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um ihren  Plan zur Erstellung eines Aussichtsturmes bei den Zwei Eichen zu verwirklichen und ihr Ziel zu erreichen. Die Ausdauer und die Zähigkeit, mit der die Ortsgruppe Pliezhausen ihr Ziel verfolgt hat, verdiente ihren Lohn. Es war mir eine Ehrensache, daß von meinem Vorgänger Wankmüller überkommene Erbe recht zu verwalten und es zu einem guten Ende zu führen.

Im Verein mit einigen anderen führenden Männern im Albverein ist es mir auch gelungen, bei Hauptausschuß und in den Mitgliederversammlungen des Hauptvereins einen Baukostenbeitrag von 4.000 Mark durchzusetzen. Für den restlichen Betrag hatte die Ortsgruppe Pliezhausen aufzukommen. Dank der Opferwilligkeit der Ortsgruppe ist auch dieser Restbetrag binnen weniger Wochen gezeichnet worden, so daß im Frühjahr 1930 mit dem Bau begonnen und dieser so gefördert werden konnte, daß wir am 06. Juli schon die Einweihung feiern können.

Über die Notwendigkeit und Berechtigung der Turmbauten im allgemeinen und über eine solche des Zwei-Eichen-Turms im besonderen ist schon viel geschrieben und geredet worden. Was "unseren" Turm betrifft, so möchte ich die Berechtigung seiner Erstellung mit einem kräftigen, aus Überzeugung kommenden "Ja" beantworten. Man hat in den letzten Jahren geradezu von einer Turmseuche gesprochen. Bei unserem Turmprojekt mußten die widerstrebenden Elemente aber verstummen. Die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, sind nicht gering gewesen. Aber schließlich sind die Schwierigkeiten dazu da, um überwunden zu werden, und sie sind überwunden worden.

Mit der Genugtuung über das Gelingen des Werkes verbinden wir freudigen Herzens den aufrichtigen Dank an alle, die ihre Kraft, ihre Zeit und ihr Geld dem Werk gewidmet haben. Vor allem schulden wir Dank der rührigen Ortsgruppe Pliezhausen mit ihrem Vorsitzenden Oberlehrer Münzinger an der Spitze, dem früheren Gauobmann Wankmüller, der zielbewußt während der Zeit seiner Obmannschaft die Aufgabe in die Hand genommen hat, dem Hauptverein der die nötigen Gelder verwilligt hat Dank der Einsicht seiner Vorstandsmitglieder Nägele, Strömfeld und Widmann und einiger weiterer in der Sache tätig gewesenen Ausschußmitglieder, dem Architekten und Erbauer des Turmes Oberamtsbaumeister Gräber, der in überaus entgegenkommender Weise und nicht zum ersten Mal seine Kenntnisse und seine Zeit in den Dienst des Albvereins gestellt hat, der Gemeinde für Überlassung des Platzes, den umsichtigen und fleißigen Handwerksmeistern und Arbeitern, endlich allen, die in vorstehendem nicht besonders aufgeführt sind, aber in irgend einer Weise zum guten Gelingen des schönen Baues beigetragen haben.

Die Berechtigung zur Erstellung eines Turmes bei Pliezhausen liegt nicht nur darin, daß das Vorland überhaupt einen Aussichtsturm erhalten hat, sondern vor allem darin, daß der Rundblick vom Zwei-Eichen-Turm einzigartig schön ist. Wir sehen den Kaiserbergen bis über die Balinger Berge hinaus. Daß unsere Alb schön ist, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden, das weiß jeder, der die Alb schon durchwandert hat. Nicht minderschön aber ist ein Blick vom Vorland auf die Alb. Ich erinnere nur an die wunderbaren Ausblicke, die man auf der Höhe zwischen Eckhof und Kreßbacher Hof, von der Höhe bei Einsiedel oder Waldhausen usw. auf die weite Alb hat. Und einen solch herrlichen Rundblick haben wir vom Zwei-Eichen-Turm aus. Wer einmal auf dem Turm gestanden und den Blick in die Weite hat schweifen lassen, der kehrt wieder, um die Schönheit der Gegend immer aufs neue zu trinken. Vom Turm sehen wir die vielen ragenden Berge, die lieblichen Täler, bewaldete Bergrücken, grünenden Felder und Wiesen, freundliche Ortschaften, und wir rufen unwillkürlich: "Heimat, wie bist du so schön!"

Und nun, ihr Wanderer, ihr Naturfreunde, ihr Heimatfreunde, kommt aus der Nähe und aus der Ferne, steigt hinauf zum Zwei-Eichen-Turm und freut Euch an der herrlichen Rundsicht auf einen großen Teil unserer Schwäbischen Alb, unserer schwäbischen Heimat, und lernt damit aufs Neue unsere Heimat lieben und schätzen!

Häußler, Gauobmann
 
Die Bauzeit - Die Turmweihe - Aus dem Turmbuch - Der Platz um den Zwei-Eichenturm
 
Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Pliezhausen
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Stand: Februar 1998 


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