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| Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe Pliezhausen |
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Agonie
Die Lebenstöne der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins
Pliezhausen wurden immer leiser. Die Vitalität des einstigen „Familien-
und Honoratiorenvereins“ immer schwächer. Die Ära des langjährigen
Vertrauensmannes Oberlehrer Gustav Münzinger (heute würde man
Rektor sagen) war schon eine Weile zu Ende gegangen. Seine Nachfolger,
allesamt fleißige Leute führten die Ortsgruppe im Stile des
Herrn Münzinger, aber letztendlich doch mit einem Schuß ihrer
Individualität, so weit es eben ging. Doch, das Freizeitangebot für
die Bürger und deren Bedürfnisse hatten sich langsam aber sicher
geändert. Die Folgen für den SAVOP waren verheerend. Die Jugendgruppe,
das Kapital jeden Vereins löste sich auf.
Mitgliederversammlungen umfaßten nur noch ein Häuflein Aufrechter, die jährlichen Herbstfeiern, früher einer der Höhepunkte der hiesigen Vereinslandschaft, fanden kaum noch statt. Die Ortsgruppe lag in der Agonie. Die Hauptgeschäftsstelle in Stuttgart wurde unruhig und machte bereits Vorschläge für die Auflösungsmodalitäten.
Was wird aus dem Turm?
Das Problem war nur noch der Zwei-Eichenturm.
Der erste Vorlandaussichtsturm und Wahrzeichen Pliezhausens, der einstige
Stolz der Pliezhäuser Ortsgruppe sollte nach deren Ende durch eine
Nachbarschaftsgruppe betreut werden – dies war der Vorschlag der Hauptgeschäftsstelle.
Das Motto des Turmbaus 1930 in schwerer Zeit – „Gehe es wie es will – wo
eine Wille ist, da ist ein Weg“ mußte noch einmal, diesmal zur Rettung
der Ortsgruppe herhalten.
Das Schicksal nahm seinen Lauf. Der damalige Kassier Klaus Riethmüller kam zu mir, ohne große Umschweife meinte der: „Jeder muß für den Verein einmal was tun – jetzt bist du dran“. Einwände waren zwecklos – bei dem Motto. Die Zeit drängte – bald kam Post vom Hauptverein – die Korrespondenz umfaßte seinerzeit mehr Fragen als Antworten. Aber jetzt ging ein Same auf, den der Oberlehrer Gustav Münzinger seinerzeit – in weiser Voraussicht – gesät hatte. Als Erzieher der Klassen 7 und 8 konnte er recht gut abschätzen wie sich die angehenden jungen Leute einmal entwickeln würden. Einige davon warb er als Jugendmitglieder für den Schwäbischen Albverein. Viele von denen wurden „gestanden Leute“ und Vollmitglieder des SAVOP.
1975
Ein paar von diesen „Auserwählten“ brachten ihre Freunde mit,
die zusammen mit dem Schriftführer und Kom. Vertrauensmann Belser,
einem Pliezhäuser Urgestein, im Jahr 1975 im Nebenzimmer des Gasthauses
Lamm einen Neubeginn versuchten. Das Protokoll wurde damals in grüner
Tinte geschrieben, der Farbe der Hoffnung, wenn das kein gutes Omen war.
Was jetzt kommt ist schnell erzählt. Wir haben versucht die Verantwortung auf mehrere Schultern zu laden. Schrittweise das Angebot erweitert. Das Wandern war nicht mehr nur des Müllers Lust. Es waren anfangs Arbeitswanderungen bei denen Pläne für weitere Aktivitäten ventiliert wurden. Viele Vorschläge sind von ihren Initiatoren begleitet worden, manche verloren sich im Sande, andere aber, die guten haben sich gehalten und wurden ausgebaut. Das Wandern wurde die Klammer für einen Kultverein erster Güte.
Aufbruch
Das Albvereinshäusle wurde von seinem Dornröschenschlaf nicht
gerade wachgeküßt, aber die Aktivitäten darin waren märchenhaft.
Der ehemalige Geräteschuppen für die Turner unserer Altvorderen
bekam Gaslicht und Vorhänge an den Fenstern, die Sitze wurden gepolstert
und der Boden gefließt. Es wurde für einige Jahre die Ideenschmiede
des SAVOP.
Der Turm bei den zwei Eichen wurden gestrichen, der Vorplatz verwandelte sich in eine Parklandschaft. Es waren aber nur die äußeren Zeichen für eine Gruppe von Menschen die sich anschickte aktiv die Lebensqualität in unserer Heimatgemeinde zu verbessern. Ich war Gleicher unter Gleichen und es erfüllt mich noch heute mit Freude, wenn ich sehe, daß die Wiederbelebungsmaßnahmen von damals dem kränkelnden Vereinskörper so gut bekommen sind, daß er heute als ein Athlet in Sachen Kultur in der Pliezhäuser Vereinslandschaft einen Spitzenplatz einnimmt.
Es wäre vermessen, einzelne dieser prächtigen Leute, die sich anschickten die Ortsgruppe aus dem Nichts wiederzubeleben, namentlich herauszuheben. Dies würde andere zwangsläufig zurücksetzen. Jeder hatte an seiner Position überragendes geleistet. Es ist angenehm zwischen solchen Leuten einen Teil der Freizeit zu verbringen, wo die „Chemie“ stimmt. Es darf dabei ruhig etwas menscheln. Wenn dem einen sein Glas noch halb voll ist, ist dem anderen seins schon halb leer.
Wie überall in der Welt ist ein Kommen und ein Gehen, da ist die Ortsgruppe keine Ausnahme. Auch gibt es weitere schöne, alte und geschichtsträchtige Wahrzeichen in Pliezhausen. Mit diesen Idealen jedoch wird der SAVOP und der Zwei-Eichenturm noch lange bestehen.
Am besten, Sie besuchen einige der vielen Aktivitäten und überzeugen
sich selbst von den nichtalltäglichen aber kurzweiligen Angeboten.
| Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Pliezhausen |
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| Geschäftsstelle |
Gustav-Adolf Zimmermann |