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| Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe Pliezhausen |
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Die
Bauzeit
Aus
einem Beitrag von Oberamtsbaumeister Gräber, Tübingen, anläßlich
der Einweihung des Zwei-Eichenturms im Jahre 1930
Nach dem von der Ortsgruppe Pliezhausen des Schwäbischen Albvereins der Beschluß gefaßt war, den alten Gedanken der Erstellung eines Aussichtturmes bei den zwei Eichen in die Tat umzusetzen, erhielt ich die Aufforderung, für diesen Turmbau Plan und Kostenvoranschlag auszuarbeiten, damit nach Kenntnis der erforderlichen Bausumme die vor Beginn jeden Bauwesens wichtigste Handlung, die Finanzierung desselben, durchgeführt werden könne.
Von der Ortsgruppe war zuvor auf dem für den Turm bestimmten Platze eine mechanische Feuerwehrleiter von etwa 12 Metern Höhe aufgestellt worden, um die notwendige Turmhöhe festzustellen, von er eine gute Fernsicht geboten ist. Die notwendige Höhe ist mit 15 Metern angegeben worden. Anfang Juni 1929 wurde der auf der Grundlage dieser Angaben aufgestellt Plan und Kostenvoranschlag vorgelegt. In dem selben wurde vorgesehen, den ganzen Turm in Zementbeton, dem für die vorliegenden Verhältnisse billigstem und doch unbeschränkte Zeit haltenden Baustoff aufzuführen, während die Decken, Treppen und der Aufbau des Daches in Eisenbeton vorgesehen waren. In dieser Bauart erfolgte später die Ausführung. Es wurde für selbstverständlich angesehen, daß der Turm den heutigen Anschauungen entsprechend in einfachsten Formen zu halten war; das Äußere wurde deshalb mit glatten Wandflächen ohne jeden Ausbau vorgesehen. Der Turm wurde als reiner Zweckmäßigkeitsbau behandelt. Er sollte sich der Umgebung gut anpassen.
Besonderer Wert ist darauf gelegt worden, das Bauwesen und seine Einrichtung so zu gestalten, daß es auch einem etwaigen Zerstörungsdrang, der sich bei einzelnen Besuchern von nicht beaufsichtigten Aussichtstürmen leider ab und zu erfahrungsgemäß immer wieder geltend macht, weitgehend Widerstand leistet.
Wie zu erwarten war, ist es nicht ganz leicht geworden, das Bauwesen zu finanzieren, trotzdem für die Ausführung von allem Anfang an größte Sparsamkeit vorgesehen war. Die Erstellung einer Vorhalle aus Holz, welche im ersten Projekt enthalten war, mußte fallengelassen werden, ihre Ausführung ist für später in Aussicht genommen.
Nachdem Plan und Kostenvoranschlag die Billigung sowohl der Ortsgruppe Pliezhausen als auch des Hauptvereins und der beiden Bauausschüsse gefunden hatte, und auch die Finanzierung gesichert schien, konnten endgültige Pläne ausgearbeitet und auf Grund von aufgestellten Leistungsverzeichnissen Ende März 1930 eine Anzahl Unternehmer zur Abgabe von Angeboten aufgefordert werden. Diese mußten mit einem festen Preis für die gesamten auszuführenden Arbeiten abschließen, und die sämtlichen Arbeiten um einen solchen übernommen werden, wodurch eine nachträgliche Überschreitung der vorgesehenen Baukosten unter allen Umständen verhindert worden ist. Der Zuschlag erfolgte an die vereinigten Pliezhäuser Unternehmer M. Marstaller, Gustav Kimmerle und Paul Hermann.
Mit
den Arbeiten ist Mitte April begonnen worden. In unmittelbarer Nähe
des Standortes für den Turm war vor Eintritt des verflossenen Winters
eine Probegrube zur Untersuchung des Baugrundes angelegt worden,
wobei gelber Lehm vermischt mit einzelnen Steinen angetroffen wurde. Unter
Hinzutritt von Oberflächenwasser und Zufluß ziemlich reichen
Sickerwassers wurde die Umgebung des Probelochs mit der Zeit weitgehend
aufgeweicht. Dieser Umstand ließ es angezeigt erscheinen, die Belastung
des Baugrundes möglichst nieder zu halten, was durch die Einbringung
einer Fundamentplatte aus Eisenbeton erreicht wurde. Die Tragfähigkeit
des Baugrundes hat sich nach dem Aushub der Baugrube wesentlich besser
gezeigt, als nach dem Probeloch erwartet werden durfte, so daß auf
den ursprüngliche Plan, das Gebiet um den Turm und sein Fundament
weitgehend zu entwässern, verzichtet werden konnte.
In
den Beton der aufgehenden Wände wurden in den vier Ecken durchgehende
starke Rundeisen eingelegt, die vom Fundament bis zur Dachspitze
durchgehend, ebensolche schwächere in horizontaler Richtung in gewissen
Abständen. Diese Maßnahme soll eine Rißbildung im Beton
verhindern und zugleich die Funktionen eines Blitzableiters
ausüben. Die Außenseiten erhielten einen rauhen Verputz in
Naturfarbe, die Innenwände wurden mit einem hellen Bestrich versehen.
In Verbindung mit den schmalen Lichtschlitzen, die anstelle von
Fenstern angebracht sind, schafft dieser im Inneren gute Lichtverhältnisse.
Die vorgesehene Höhe des Turmes mit 15 Metern bis zur Aussichtsplatte,
zu der 86 Stufen hinaufführen, hat sich nach der Ausführung
als richtig erwiesen. Bei Beobachtungen auf dem höheren Arbeitsgerüst
konnte festgestellt werden, daß eine größere Höhe
keine Erweiterung des Gesichtsfeldes gebracht hätte.
Der Turmbau - Die
Turmweihe - Aus dem Turmbuch - Der
Platz um den Zwei-Eichenturm
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| Geschäftsstelle |
Gunnar Wolf |