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| Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe Pliezhausen |
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Aus
dem Turmbuch des Zwei-Eichen-Turms
Aus
einem Beitrag von Gustav Münzinger, Pliezhausen, anläßlich
der Einweihung des Zwei-Eichenturms im Jahre 1930
Im Zwei-Eichen-Turm liegt ein Turmbuch auf, das mit dem Turm am 06. Juli 1930 eingeweiht wird. In diesem Buche ist zu lesen:
Im Jahrgang der Schwäbischen Albvereinsblätter 1891 steht in einem Aufsatz vom Schönbuch, daß man nirgends schönere Albanblicke habe, als auf den der mittleren Alb gegenüber liegenden Aussichtspunkten am Schönbuchrand.
Ein solcher leicht erreichbarer Aussichtspunkt ist die Höhe bei den "zwei Eichen". Schon vor dem Weltkrieg dachte man daran, einen Aussichtsturm zu bauen. Durch den Weltkrieg und die nachfolgende Geldentwertung wurde die Erfüllung dieses Wunsches unmöglich. Doch wie nun eine kleine Entspannung in der wirtschaftlichen Lage unseres Volkes bemerkbar wurde, trat mit dem Moment diese Frage einer Aussichtswarte wieder in den Vordergrund und wurde mit Eifer und Energie durchbesprochen. Bis zu dem Schlußergebnis: "Gehe wie es wolle! Der Aussichtsturm bei den zwei Eichen ist einer Aussichtsplatte würdig. Wo ein Wille ist, ist ein Weg!"
Sofort begann die Ortsgruppe Pliezhausen mit einer Sammlung zu einem Baufond für einen möglichst massiven Aussichtsturm, die nach kurzer Zeit 1.200,00 Mark ergab. Der hiesige Gemeinderat stellt einen 7 a 26 qm großen Platz unentgeltlich als "Grunddienstbarkeit" zur Verfügung. In den Ausschußsitzungen und in den darauf folgenden Hauptversammlungen des Albvereins wurden insgesamt 4.000,00 Mark bewilligt; die restliche Summe von etwa 5.500,00 Mark muß die Ortsgruppe mit ihren gegenwärtig 89 Mitgliedern aufbringen.
Entwurf
und Bauleitung lagen in den Händen des Herrn Oberamtsbaumeisters Gräber.
Die gesamten Eisenbetonarbeiten führte die Firma Wilhelm Marstaller
mit Gustav Kimmerle und Paul Hermann aus. Mit den Bauarbeiten wurde am
22. April begonnen, am 27. Mai war Taufe und Grundsteinlegung. Die untere
Grundfläche des Turmes ist 5,2 m x 5,2 m groß, die Aussichtsplatte
4,8 m x 4,8 m. Meßgehalt beträgt insgesamt 152 Kubikmeter mit
einer Bodenpressung 1,04 kg auf 1 Quadratzentimeter, die Gesamthöhe
18,3 m, das Gesamtgewicht des Turmes beträgt 334.400 kg oder 334,4
Tonnen.
Zum Beton wurden 535 Zentner verwendet. Der Turm in armierten Beton, die Decken und Podeste, sowie die 86 Stufen in Eisenbeton ausgeführt, wozu 2.550 kg Moniereisen verwendet wurde. Der Grund- und Inschriftenstein sind Heimatstein aus unserem Stubensandstein. Schutz und Pflege übernimmt die Ortsgruppe Pliezhausen.
Ein Werk ist hier beendet, das bis in fernste Zeit künden wird, von der Treue zur Heimat, von der Liebe und Anhänglichkeit zur Scholle. Weithin schweift der Blick von dieser Höhe in das schöne Neckartal, hinüber an unsere prächtige Schwabenalb mit ihren sagenumwobenen Berge, die in bläulichen Glanze sich in der Ferne türmen. Etwa 40 Städte, Dörfer und Weiler, sowie Höfe sind vom Turm aus zu sehen.
Deshalb
ist es Ehrenpflicht, allen denen, die zur Verwirklichung des "Zwei-Eichen-Turmes"
beigetragen haben herzlich zu danken.

Der Turmbau - Die
Bauzeit - Die Turmweihe - Der
Platz um den Zwei-Eichenturm
| Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Pliezhausen |
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| Geschäftsstelle |
Gunnar Wolf |