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| Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe Pliezhausen |
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Eines der feststehenden Ereignisse des Jahres ist für den SAVOP die Sonnenwendfeier. Dabei feiern Albvereinler und Gäste von nah und fern den längsten Tag des Jahres. Bei Bewirtung durch die Albvereinler und dem Abbrennen des Johannisfeuers wird ungezwungen gefeiert. Dieses Fest ist beim SAVOP zwar ein alter Brauch, aber noch älter sind die Wurzeln zu diesem Brauch, die nachstehend erläutert sind.
Beide sind geschichtlich sehr eng miteinander verbunden. Das Fest Johannes
des Täufers - sein richtiger Name lautet „JOHANN BAPTIST“ - seine
Geburt wurde von der Kirche auf den 24. Juni festgelegt. Dadurch erhielt
der Mittsommertag, das uralte Fest der Germanen, der Kelten und Slawen
eine
christliche
Deutung. Der schon von diesen nicht christlichen Völkern geübte
Brauch, an diesem Tag, den 24. Juni, die Sommersonnenwende mit Feuer festlich
zu begehen, wurde von der Kirche lange bekämpft, bis die sich im 13.
Jahrhundert den unausrottbaren Heidenglauben dienstbar machte und das Fest
Johannes des Täufers auf diesen Tag legte. Wenn auch der Tag seinen
Namen aus der christlichen Glaubensgeschichte herleitet, so sind doch die
mit ihm verbundenen Bräuche heidnischen Ursprungs. Mit dem Johannisfeuer
wird der Einzug des Sommers gefeiert, den die Astronomen allerdings schon
2 Tage früher, am 22. Juni, angeben. Aus den Johannisfeuern wurden
im Laufe der Zeit die Sommer- Sonn- Wend- Feuer. Geblieben sind aber die
ursprünglichen Bräuche, sicherlich „verwässert“ und auf
die heutige Zeit abgestellt.
Nicht uninteressant dürften die einstigen Deutungen sein. Der Johannistag,
von dem aus die Sonnenwendfeuer ausgehen, ist in der Vorstellung der ALTEN
mit so viel Zaubermacht verbunden gewesen, weil an diesem Tag die Sonne
am höchsten steht, am meisten „Macht“ besitzt und daher dem Feuerzauber
die größte Wirksamkeit verleiht. Wer in dieser Nacht durch das
Johannisfeuer springt, überwindet Unheil und reinigt sich von Krankheit,
und wenn alle Paare um das Feuer herum tanzen, ist der Abwehrzauber noch
wirksamer. So gipfelt alles durch Tanzen und Singen ... heute selbstverständlich
auch durch Essen und Trinken - in Lebenslust und Lebensfreude.
Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die nächtliche Feier im 19.Jahrhundert fast erloschen war. Zum einen, weil daraus an manchen Orten Feuersbrünste ausgelöst wurden, zum anderen weil sich die Jugend traf, um freiheitliche Gedanken auszutauschen und zu verbreiten, was obrigkeitliche Verbote nach sich zog. Doch zu Anfang dieses Jahrhunderts lebten durch die Jugendbewegung die Sonnenwendfeuer - Bräuche wieder auf. Die Symbolkraft des Feuers, das Wärmende, das Reinigende, das Sinnbild der Sonne, die an diesem Tag am längsten scheint und von nun an ihren Lauf von Tag zu Tag verkürzen wird, erschließt sich jedem. Dieser Brauch ist durch die nationalsozialistische Bewegung übernommen worden und ist dadurch in Mißkredit gebracht worden.
In Norwegen heißt der Jahnnistag „Midtsommerfest“ (wie auch in Schweden) oder St. Hans-dagen. Die alte Form SUNGIHT, auch SONNGICHT (= Gang der Sonne) ist noch westlich des Rheins, in der Pfalz und in Lothringen sowie im alemannischen Raum erhalten.
Eines haben alle Sonnenwendfeuer gemeinsam: aus dem „Feuer“ wurde „Feier“
(dazu zählt auch das Fest des SAVOPs). Die Teilnehmer - sofern diese
nicht durch einen hohen Arbeitsaufwand das Fest gestalten müssen -
sind lustig, freudvoll, ungezungen und frei von den vielen alltäglich
auferlegten Hemmungen.
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| Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Pliezhausen |
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| Geschäftsstelle |
Kurt Deile |